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By Herbert Meschkowski

Lichtenberg, der geistreiche Spötter, hat über die Mathematiker einmal gesagt: Die Mathematik ist eine gar herrliche Wissenschaft, aber die Mathe­ matiker taugen oft den Henker nicht. Es ist quickly mit der Mathematik wie mit der Theologie. So wie die der letztern Beflissenen, zumal wenn sie in )fmtern stehen, Anspruch auf einen besondern Kredit von Heilig­ keit und eine nähere Verwandtschaft mit Gott machen, obgleich sehr viele darunter wahre Taugenichtse sind, so verlangt sehr oft der soge­ nannte Mathematiker für einen tiefen Denker gehalten zu werden, ob es gleich darunter die größten Plunderköpfe gibt, die guy nur finden kann, untauglich zu irgendeinem Geschäft, das Nachdenken erfordert, wenn es nicht unmittelbar durch jene leichte Verbindung von Zeichen geschehen kann, die mehr das Werk der regimen, als des Denkens sind. 1) In diesem Buch soll gezeigt werden, daß die Mathematiker nicht alle "Plunder­ köpfe" im Sinne Lichtenbergs sind. Gerade die Beschäftigung mit der Mathe­ matik hat zu allen Zeiten zu originellem Denken angeregt; ja, guy ist auf diese Weise zu Erkenntnissen gekommen, die weit über die Mathematik hinaus von hoher Bedeutung sind. Wir erinnern an die Folgerungen, die die Pythagoreer aus der Existenz inkommensurabler Strecken gewonnen haben. Weiter ist die Begründung der formalen Logik zu erwähnen und die moderne Grundlagenforschung mit ihren erkenntnistheoretischen Aussagen. Auf der anderen Seite haben Forscher wie Archimedes oder John von Neumann es verstanden, die Einsichten einer formal interpretierten Mathematik für die Lösung schwieriger technischer Probleme zu nutzen.

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Er gab einen geometrischen Beweis für die Auflösungsformel an, die das Verfahren von Alchwarizmi für die quadratischen Gleichungen verallgemeinerte. Nach Veröffentlichung der "Ars magna" entfesselte Tartaglia eine heftige Fehde gegen den "eidbrüchigen" Cardano. Dieser hielt sich zurück und überließ die Verteidigung seiner Position seinem Schüler Ferrari. In diesem Streit äußerte Ferrari sogar den Verdacht, Tartaglia habe die umstrittene Formel gar nicht selbst (neu) entdeckt, sondern auf irgend eine Weise aus dem Nachlaß Ferros gewonnen.

D. Es könnte sein, daß ein Leser an dieser Schluß weise Gefallen findet und nicht recht einsieht, warum diese relativ kurze Ableitung nicht ein vollgültiger Beweis sein soll. Archimedes hat selbst diese Deduktion nicht etwa deshalb für noch nicht zureichend angesehen, weil hier die Hebelgesetze benutzt werden. Er hat in der noch zu seinen Lebzeiten offiziell veröffentlichten Schrift "Quadratur der Parabel" mit den Gesetzen des Schwerpunktes gearbeitet. Man kann ja auch die theoretische Mechanik axiomatisch ebenso präzis fundieren wie eine "rein" mathematische Theorie.

Dieser hielt sich zurück und überließ die Verteidigung seiner Position seinem Schüler Ferrari. In diesem Streit äußerte Ferrari sogar den Verdacht, Tartaglia habe die umstrittene Formel gar nicht selbst (neu) entdeckt, sondern auf irgend eine Weise aus dem Nachlaß Ferros gewonnen. Es ist heute nicht mehr möglich, die Leistungen der einzelnen Mathematiker des 16. Jahrhunderts genau gegeneinander abzugrenzen. Von Ferro weiß man wenig. Dem hitzigen Tartaglia darf man gewiß zugestehen, daß er über den Rechenmeister hinaus zu einem forschenden Mathematiker gewachsen ist.

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